Mobilfunk-Konzepte - Risiko Mobilfunk Kempten

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Mobilfunk-Konzepte

Konzept II

zur Senkung der Mobilfunkbelastung durch "Intelligente Mobilfunkversorgung"


Errichtung kleinzelliger Kommunikationsnetze (Kleinzellennetze) in Kempten;
Minimierung der Mobilfunk-Immissionen als gesundheitliche Vorsorgemaßnahme.


Durch den Stadtratsbeschluss vom 13. November 2008 zur Minimierung der Mobilfunkstrahlung wurde eine neue Ära in der Bewältigung der gesundheitlichen Belastung der Kemptener Bevölkerung durch hochfrequente, gepulste elektromagnetische Felder der Mobilfunksender eingeleitet. Die durch den Beschluss angestrebte Minimierung der Strahlungsintensität wurde seitdem aber nur durch die Optimierung der Standorte für Sendeanlagen erreicht. Der hierfür von der Stadt eingeschaltete technische Gutachter konnte lediglich im Rahmen der Baugesetz-gebung sowie der geltenden Immissionsvorschriften handeln.

Innovative Ansätze für eine verbesserte, gesundheitsverträglichere Versorgung nach dem Stand der Technik blieben dabei unberücksichtigt!

Positive Entwicklung ist wegen ungesteuertem "Wildwuchs" beendet

Die mit dem Stadtratsbeschluss aus dem Jahre 2008 von der Stadt Kempten eingeleitete positive Entwicklung ist inzwischen beendet. Aufgrund technisch-physikalischer Mängel der installierten Funksysteme (Makronetze), zusätzlichem Datenfunk (LTE) sowie einer zunehmenden personalisierten digitalen Datenflut (z.B. Live-Video auf dem Smartphone) sind die Mobilfunk-Immissionen größer den je. Zusätzlich belasten genehmigungsfreie Funkimmissionen der kabellosen (oft privaten) Netzwerke – sogenannte WLAN-Netze bzw. HotSpots – den öffentlichen Raum und die Allgemeinheit. Das WLAN nur innerhalb von Gebäuden betrieben werden darf, wird von den gewissenlosen Betreibern ignoriert!

Der technische Fortschritt hat an die Tür geklopft

Die bereits weit fortgeschrittene Breitbandversorgung der Stadt mit Glasfaserkabeln ist die Marschrichtung in die digitale Zukunft und die globale Vernetzung. Diese Art schneller Zugang mit einer entsprechend zukunftsfähigen Datenkapazität ist aber auch Voraussetzung für eine neue, innovative mobile Kommunikations-Netzstruktur im Stadtgebiet. Die Mobilfunk Bürgerinitiative Kempten schlägt der Stadt Kempten deshalb einen logischen nächsten Schritt vor. Technischer Fortschritt und eine gleichzeitig gesundheitsverträglichere Versorgung der Bürger mit mobilen Kommunikationsmitteln kann jetzt verwirklicht werden.

Den generellen Fortschritt vom Großzellen oder Makronetz zum Kleinnetz zeigt die Infografik der Verbraucherschutzorganisation Diagnose Funk. Es wird deutlich aufgezeigt, dass mit einer kleinzelligeren Struktur auch ein gesundheitsverträglicherer Umgang mit der hochfrequenten, gepulsten Strahlung möglich wird.

Nachdem die Stadt Stuttgart plant, ab 2016 zwei Stadtteile mit Kleinzellentechnik zu vernetzen, ist es sinnvoll, auch in Kempten die günstigen technischen Rahmenbedingungen, bedingt durch den guten Ausbau des Breitband-/Glasfasernetzes, zu nutzen.

Freie, stabile und durchsatzfähige Kommunikationsnetze (Kleinzellennetze) in Kempten

Ein ungestörtes, freies Kommunikationsnetz mit kleinzelliger Struktur setzt voraus, dass die derzeit wild-wuchernden kabellosen Netzwerke (teilweise private WLAN-Zugänge bzw. HotSpots) erkannt, katalogisiert und entsprechend dem Baufortschritt der Kleinzellennetze „abgewickelt“ werden. Des Weiteren muss im Sinne des Stadtratsbeschlusses von 2008 beim Betrieb der WLAN-HotSpots im öffentlichen Raum eine Minimierung der Strahlungsbelastung organisiert werden.

Deshalb wurde von der Bürgerinitiative zusätzlich zum Konzept der Kleinzellennetze ein entsprechender Entwurf für eine städtische Verordnung/Satzung erarbeitet, die den ordnungs-politischen Umgang mit "freien" Kommunikationsanlagen im öffentlichen Raum regeln soll. Die ebenfalls im Entwurf befindliche Präambel zur Verordnung/Satzung erklärt die Zusammenhänge und enthält allgemeine Hinweise zur Durchführung; sie soll den Willen des Stadtrats kommentieren. Wir gaben der Verordnung/Satzung den vorläufigen Namen: "Gesundheits-vorsorgeverordnung".

Die Einführung einer Kleinzellenstruktur sollte zunächst in den touristischen Kernzonen erfolgen (siehe hierzu der Kartenausschnitt als Anlage zur Verordnung/Satzung). Mit dieser Auswahl könnte der Bekanntheitsgrad und der Qualitätsanspruch der Stadt unter touristischen Gesichts-punkten gesteigert werden.

Die mittel- und langfristigen Ziele der Versorgung vereint mit gesundheitlicher Vorsorge

Ziel der vorgestellten Konzepte ist die Minimierung der Strahlungsbelastung, ein gesundheits-verträglicher Umgang mit mobiler Kommunikation sowie ein innovativen Ansatz für eine flächen-deckende, sichere Outdoor-Versorgung bei gleichzeitiger Erhöhung des Datendurchsatzes. Hierfür lassen sich auch Industrie und Wirtschaft begeistern! Im "freien" Stadtnetz bleiben sämtliche Roaming-Dienste der Mobilfunkanbieter erhalten, so dass die Makronetze der Telefondienste nach und nach eingestellt werden können.

Wie umfänglich auch in der Präambel beschrieben, kann die Wiedergewinnung der kommunalen Planungshoheit - gemeinsam mit der Pflicht zur gesundheitlichen Vorsorge - eine Kettenreaktion in der städtischen/kommunalen Daseinsfürsorge auslösen. Hierzu kann auch die von der bayerischen Staatsregierung eingeleitete und von der EU geförderte WLAN- und Breitbandinitiative beitragen. Die dort vorgesehenen Mittel sollten jedoch in das Kemptener „Kleinnetz-System“ auf Basis von FEMTO-Zellen mit LTE-Funktechnik und nicht in veraltete und gesundheits-gefährdende WLAN-Technik im 2,4- und 5 GHz–Bereich investiert werden. Nach dem der Betrieb auch nur innerhalb von Gebäuden gestattet ist (TKG § 55 und Frequenzplan) und stattfinden soll, macht eine kommunale Netzplanung mit WLAN keinen Sinn!

In Kürze werden wir der Stadt ein mögliches weiteres zukunftsweisendes Projekt vorstellen. Statt einer hilfsweisen Ausstattung der Kemptener Schulen mit WLAN, werden wir eine Vernetzung mit Licht (VSL = Visible Light Communication) anregen. Für ein Pilotprojekt gemeinsam mit der Stadt und dem Fraunhofer Institut sollten sich die interessierten Schulen frühzeitig informieren.

Erstrangig und mit hoher Vernunft sollten jedoch weiterhin
Kabelnetze genutzt, ausgebaut und mit ihnen gearbeitet werden!
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